Neuigkeiten
     Gemeinschaft der Liebe
     Maria Magdalena
     Yeshua
       Teil 01
       Teil 02
       Teil 03
       Teil 04
       Teil 05
       Teil 06
       Teil 07
     MariMa-Symbole
     Die Kunst, Frieden zu SEIN
     Abgesandte der Liebe
     Sacred Heart Meditation
     Die Thomas-Briefe
     Der Spoonbender-Kurs
     Weitere Texte
     Gedichte
     Link Liste
     Kontakt
     Impressum


Home

Till Abele
Lenzweg 5
79312 Emmendingen

Impressum

Unsere Erde

Yeshua

69
Der Krieg, der Hass, die Ungerechtigkeit und der Zorn, deren Zeuge wir auf diesem Planeten sind, ist nichts anderes als die Manifestation des Krieges, des Hasses und der Ungerechtigkeit, die immer noch in den Herzen der Menschen lebt. Eine der größten Offenbarungen auf diesem Planeten kommt in einem hebräisches Sprichwort zum Ausdruck: "Die Errettung eines einzigen Menschen bedeutet, die gesamte Welt zu retten." Heilt eure Herzen, liebt euch selbst, damit ihr mit dieser Handlung eine allumfassende Woge der Liebe aussendet, die augenblicklich jeden Ort der Erde und alle Menschen erreicht. Diese Liebe ist so mächtig, dass sie sogar bis an das Ende des Universums reicht.

An diesem Abend sprach ich zu meinen Jüngern, die noch so ihre Schwierigkeiten mit der wahren Bedeutung meiner Lehren und meiner Botschaft hatten. Die meisten von ihnen waren immer noch der Meinung, ich sei der Messias und das ich irgend wann doch noch meine Rechte auf den Thron Davids in Anspruch nehmen würde. Wie auch konnte ich von ihnen erwarten, das zu verstehen, was den meisten Menschen dieser Zeit unverständlich war? Bis zu einem gewissen Grad wusste ich, dass meine Lehre alleine nicht ausreichend war und dass auch die sogenannten Wunder nicht weiter helfen würden. Aus diesem Wissen schöpfte ich die Erkenntnis, dass ich ein noch viel tieferes zeugnis von der transformierenden Kraft der Liebe geben müsse. Es war der Abend, an dem sich Judas aus unserer Gemeinschaft stahl, um mich der Priesterschaft Jerusalems zu verraten.

70
Warum, meine Lieben, hat Judas so gehandelt? Wie alle, die wir an unserer Aufgabe teilhaftig waren, haben wir auf der anderen Seite des Schleiers bereits die Vereinbarung getroffen, das jeder seine von ihm gewählte Rolle auf der Erde zu erfüllen habe. Die Rolle von Judas war sehr schwierig. Doch war der Verrat, den er begangen hatte, auch vorausbestimmt?

Meine lieben Brüder und Schwestern, lasst mich euch sagen, dass nichts vorausbestimmt ist und dass der freie Wille immer besteht. Doch wenn einmal die Wahl getroffen wurde, fällt es oft schwer, den eingeschlagenen Weg wieder zurück zu gehen und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Doch bedenkt, wenn mich Judas nicht verraten hätte, hätte ein anderer Weg zu meinem Tode geführt. Es ist schon möglich, dass ich meinen Dienst hätte fortführen können und dass ich erfolgreich geworden wäre. Ja, dass ich sogar als alter Mann ganz einfach in meinem Bett gestorben wäre, betrauert von meiner Frau und meinen Kindern.

Gewiss, und in der Tat lag auch dieser Plan im Geiste Gottes bereit, wenn die Wahl auf diesen Weg gefallen wäre. Wie es sich jedoch sehr schnell herausgestellt hat, war dieser Weg nicht der, den ich gehen sollte und dies war dann der Grund, warum ich verraten wurde. Judas der Zelot war frustriert von meiner Botschaft und sicher auch enttäuscht, denn ihm lag an einer Veränderung und diese Veränderung sollte politisch sein. Als ich mich selbst in Jerusalem nicht als der Messias zu erkennen gab, konnte er einfach nicht mehr anders.

Zwei Tage vor dem Passahfest, es war der Donnerstag, sagte ich meinen Jüngern, dass wir schon an diesem Tage das Abendmahl feiern wollten und nicht erst am Freitag, wie es Brauch war. Doch ich habe ihnen nicht gesagt, dass ich schon von meiner Verhaftung wusste. Im oberen Stockwerk des Hauses von Markus' Eltern stand uns ein Raum zur Verfügung. Es gab kein Lammfleisch, die Stimmung war trübe, es lag eine Schwere in der Luft und die Stille hätte man hören können.

71
Ich versuchte, meine Gefährten so gut es ging aufzumuntern, indem ich sie an die Ereig-nisse erinnerte, die wir zusammen erlebt hatten, an den Schmerz und die Freude und wie wir uns bemüht hatten, meine Lehre weiter zu geben. Wir hatten zusammen gelacht, getanzt und gesungen und es gelang mir, ihr Gemüt ein wenig aufzuheitern.

Als der Wein gereicht wurde, erhob ich mein Glas: "Wenn ihr aus diesem Kelch trinkt, tut es in Erinnerung an mich. Der Wein, den ihr trinkt, ist Symbol des einen Geistes, der uns verbindet." Und als ich das Brot brach, sprach ich zu meinen Jüngern: "Wenn ihr dieses Brot esst, esst ihr das Brot des Lebens. Esst es in Dankbarkeit für den einzigen Gott, in Dankbarkeit für das, was er euch in dieser materiellen Welt gegeben hat."

Danach füllte ich ein Becken mit Wasser, um die Füsse meiner Jünger zu waschen. Doch sie verstanden meine Handlung nicht und sie waren entsetzt über mein Ansinnen. Ich begann bei Petrus: "Meine Brüder," sprach ich, "ihr und ich haben in den letzten drei Jahren sehr viel erlebt und durchgemacht. Jeder von euch hat auf seine eigenen Weise versucht, mir zur Seite zu stehen und jeder von euch hat sich wohl gefragt, wo seine Position im kommenden Königreich wohl sein könnte. Jeder und jede von euch hat sich wohl auch gefragt, welche Belohnung auf ihn oder sie warten würde, indem ihr mir gedient habt."

Dann wusch ich die Füsse der anderen Apostel und fuhr fort: "Lasst euch sagen, meine Lieben, dass ihr im Königreich Gottes alle gleich seid und jeder voll Freude dem anderen dient."

Nachdem ich die Waschung beendet hatte, erhob ich mich und sprach: "Wenn ihr meine Lehren weiter tragen wollt, müsst ihr die materiellen Werte gehen lassen, an denen ihr so sehr hängt. Ehrt und feiert sie, doch sie sollen nicht von euch Besitz ergreifen, da sie nichts anderes sind als eine große Illusion, die euch von der einzigen Wahrheit trennt. Seid in der Welt, doch seid nicht von dieser Welt. Vertraut dem Einen, der mich geschickt hat, damit für eure Bedürfnisse gesorgt werde. Seid beispielhaft für das Vertrauen, denn es ist ein Vertrauen, für das ihr in den nächsten Zeiten geprüft werdet. Dient aus vollem Herzen und mit offener Hand und ich werde an eurer Seite sein. Für immer. Lasst dies mein Versprechen sein.

Danach wendete ich mich an Judas: "Was Du tun musst, tu' es gleich." Fassungslos stand Judas auf vom Tisch und rannte davon, sehr zur Bestürzung der anderen Jünger. Es waren anständige Männer - genauso wie ihre Frauen und Familien, die aufopferungsvoll ihrer Aufgabe ergeben waren, von der sie nie zuvor gehört oder gelesen hatten. Jeder einzelne von ihnen verfügte über wundervolle Eigenschaften, genauso aber auch über sehr menschliche Schwächen. Jeder war auf seine Art tief gläubig und jeder von ihnen sorgte sich um mich, sie wollten mich beschützen und sie liebten mich. Als ich starb, weinten sie und als ich ihnen wieder erschien, war ihre Freude groß.

Als ich nicht mehr unter ihnen war, machte sich jeder von ihnen alleine auf den Weg, um die Ungläubigen zu belehren und die, die voller Hass waren und den Hohn, den Spott und alle Arten der Demütigung ertrugen sie geduldig. Doch mit ihren Worten und Taten erreichten sie auch zahllose Seelen, die nach Trost dürsteten. Hingebungsvoll und ohne Eigennutz verbreiteten sie meine Botschaft und dennoch starben mehr von ihnen, als ich hier erzählen kann, einen grausamen Tod. Ja, sie liebten mich innig und ich liebte sie von Herzen.

Zurück im Garten Gethsemane wunderten sich die Jünger immer noch über das Ver-schwinden von Judas und über meine letzten Worte, die ich zu ihm sprach. Ich führte Johannes, Johann und Petrus zu einem Ort, an dem wir öfters gebetet hatten und verließ sie dann, um mit mir alleine zu sein. Sehr schnell fielen sie in tiefen Schlaf. Bis zum heutigen Tag weiß ich immer noch nicht, warum ich sie mitnahm, ich weiß nur, dass mich eine tiefe Traurigkeit überkam, dass ich mich alleine fühlte und etwas Gesellschaft brauchte.

73
Auch wenn mein Weg eindeutig und klar vor mir lag und meine Entscheidung gefallen war, habe ich das, was mich erwartete, nicht gerade willkommen geheißen. Es ist ein großes Geschenk, Geist im Fleische zu sein, doch es ist auch eine schwere Bürde. Der Reichtum des Lebens findet sich im Wechselspiel von Freude und Schmerz und auch ich war nicht vor Schmerz gefeit. Während ich so vor mich hinschritt und um Führung bat, überschwemmten mich die Emotionen von dem was vergangen war und dem, was kommen würde. Es war, als ob die ganze Bürde der Welt auf mir lasten würde, doch nicht nur diese, auch meine eigene musste ich tragen und ich fragte immer wieder: habe ich meinen Auftrag erfolgreich ausgeführt, ist die Saat, die ich gelegt habe, aufgegangen? Würde sich jemand an das erinnern, was ich versucht habe oder war alles vergeblich? Selbst ich hatte Momente, in denen ich Zweifel am göttlichen Plan hegte.

Ich wendete mich an Vater/Mutter: "Wenn es nicht euer Wille ist, dann nehmt den bitteren Kelch von mir, bevor ich ihn trinke. Doch wenn es einen anderen Weg für mich gibt zu dienen, werde ich es wissen."

Zwei mal noch fragte ich in die von Düften schwere Nacht hinein, deren Dunkelheit von den Sternen über mir erleuchtet wurde und ich fühlte die warme Erde unter meine Füßen ruhen. Die Antwort, die ich erhielt, umfing mich wie ein beruhigender Schleier, Friede erfüllte mein Herz und besänftigte meinen Geist. Ich sah tief in mich hinein und ich erkannte alles.

Ich sah den Plan und meinen Weg und ich erkannte meinen Anteil, den ich zu erfüllten hatte. Die Rolle, die jedem von uns zu Erfüllen gegeben ist. Ich erblickte die Ewigkeit, die sich vor mir ausbreitete und ich sah die feinen und feinsten Verbindungen, die Schatten, erhellt von strahlendem Licht und ich sah das hellste Licht, das von Dunkelheit überlagert wurde.

74
Ich fühlte, wie aus Schmerz Freude und Friede wurde und wie aus Kampf Harmonie entstand und endlich - die Einheit. Ich erkannte die vollkommenste Unvollkommenheit und wie sie zur Perfektion der Schöpfung wurde. Und aus dem Tod entstand Leben, aus der Finsternis entstand Licht und aus Leiden wurde Liebe.

Und dann erwachte ich, als Judas mit den Römischen Soldaten erschien. Als sich unsere Blicke trafen, erkannte ich in seinen Augen Angst und Schrecken, Wut und Reue. Ich aber begegnete ihm voll Friede, als er zögernd auf mich zutrat und flüchtig meine Wange küsste. Der Verrat war perfekt. Dann schrak er zurück und ward von der Nacht verschluckt, während der Offizier auf mich zutrat und fragte: "Bist Du der, den sie Jesus von Nazareth nennen?" Und ich erwiderte: "Ja, ich bin der, nach dem ihr sucht!"

Armer Judas, der du die Rolle des Verräters übernommen hast. Dieses furchtsame Kind in jedem von uns, das sich machtlos in einer Welt wieder findet, die es nicht versteht und das sich selbst verraten fühlt. Gefangen in Sinnlosigkeit und damit, fast im Gegenzug, zum Verräter seines Selbst geworden ist. Er ging, um seine Belohnung zu erhalten und fühlte jetzt schon den Saft des sauren Sieges in seinem Munde, immer noch darauf beharrend, es nicht für Geld getan zu haben - sondern für die Sache, an die er so sehr glaubte.

75
Moralisch zerschmettert an den Felsen seiner Ängste, stolperte er nach seiner Tat durch die dunklen Straßen, unzusammenhängende Worte vor sich hin murmelnd. Und als er sich an einem Abgrund wieder fand, erhängte er sich an einem verdorrten Ast des einzigen Baumes, der dort stand. Mit seinem letzen Atemzug bat er um Vergebung.

Wenn Judas vielleicht begriffen hätte, dass ihm schon vergeben ward und wenn er vielleicht die Liebe, die er in sich trug und die Liebe, die ihm geboten wurde, erkannt hätte, hätte er möglicherweise einen anderen Weg gewählt. Auch Judas war mein Bruder und er ist es immer noch.

Als die Soldaten mich fort führten, erhob Petrus sein Schwert, doch ich gebot ihm Einhalt. "Petrus, jene, die vom Schwerte leben, werden vom Schwerte sterben! Glaubst Du, die Soldaten hätten Macht über mich? Du weißt doch, dass ich die gesamten Legionen meines Vaters rufen könnte, um mich augenblicklich zu befreien. Diesen Weg gehe ich aus freiem Willen. Doch Du, Petrus, geh Deinen Weg, doch gehe ihn in Freiheit."

Tränen füllten die Augen von Petrus, als ich ihn verließ. Petrus, der mich gleichermaßen drei Mal schon vor der Dämmerung verraten hatte. Es hat mich sehr traurig gestimmt, als Petrus drei Mal behauptete, er würde mich nicht kennen und es war wohl sein Schicksal, das zu erfüllen er gewählt hat. Diese zwölf Jünger waren mir mehr als meine Brüder, sie waren meine Freunde. Doch, liebe Brüder und Schwestern, ist Enttäuschung denn nichts anderes als eine andere Form der Beurteilung? Die Aufgabe meiner Jünger war es nicht, meine Erwartungen zu erfüllen, sondern während der Zeit unseres Zusammenseins ihr bestes zu geben.

76
Es war ganz einfach ihr Vorsatz, es zu versuchen und nichts anderes wird von uns allen verlangt. Lasst es mich so sagen, meine Lieben, ein Fehler ist nicht nur keine Option, sondern ein Fehler ist erst gar nicht möglich. Ihr alle erfüllt eure Bestimmung und ihr alle werdet mit erfülltem Geist nach Hause zurück kehren, wo ihr begrüßt und gefeiert werdet. Dies ist die große und wundervolle Wahrheit.

An dieser Stelle bitte ich euch um Vergebung, wenn ich nicht über alle Einzelheiten meiner zahllosen Prüfungen berichte, welchen ich bei meiner Wanderung von Ort zu Ort und Verurteilung über Verurteilung unterzogen wurde. Das Meiste, von dem ihr wisst, ist sachlich richtig. Doch es dient nicht meiner Sache, noch mehr Salz auf unverheilte Wunden zu streuen, die durch meinen Tod entstanden sind und durch die, von denen ihr glaubt, dass sie verantwortlich dafür waren. Und noch einmal sage ich zu allen und jedem von euch: Es waren nicht die Juden, die mich töteten und es waren auch nicht die Römer und genauso wenig war es die kreischende Menge in den Strassen. Mein Körper wurde von einer zersetzenden Macht zerstört, die stärker nicht sein konnte. Es war eine Macht, die aus der Furcht geboren wurde. Die Furcht, vergessen zu sein und dem Vergessen, niemals alleine zu sein. Aus dem Vergessen, dass ihr und ich über alle Maßen geliebt werdet.

Vergessen zu haben, dass es keinen Tod gibt, sondern nur Leben. Die einzige Wahrheit, meine Freunde ist die, dass ich jetzt kein Jude mehr bin, sondern Christ.

77
Das Christentum ist eine Religion, die aus dem Herzen und dem Geist anderer ent- sprungen ist. Für mich gibt es keine Anweisungen, die trennen und ich akzeptiere auch keine Teilung, keine Mauern und keine Zäune, welcher Art sie auch immer sein mögen. Und, meine geliebten Brüder und Schwestern, ich bin auch ganz bestimmt nicht für eure Sünden oder Vergehen gestorben. Das, was ihr als Sünde bezeichnet, sind die Eigenschaften, an denen ihr am besten lernen und wachsen könnt, an denen ihr eure Erfahrungen messen könnt, um eine vielleicht bessere Wahl zu treffen.

Eure "Sünden," die Kämpfe, die Herausforderungen und die Kraftlosigkeit betrachtet als eure größten Geschenke, denn es sind die, durch die ihr eure Erfahrungen sammelt und durch die ihr die wahren Söhne und Töchter Gottes werdet, nämlich zu Mit-Schöpfern der Quelle von "Allem Was Ist." Dies fordert als euer Geburtsrecht.

Gewiss, auch ich wurde ungerecht verurteilt und von den Händen anderer ungerecht geschlagen. So wie auch ihr oft das gleiche Schicksal in eurer Gesellschaft erlebt, in eurer Kultur, eurem Erbe und durch euch selbst. Auch ich blutete und litt wie ihr und auch ich fühlte den Stachel des Schmerzes, weil es menschlich ist, Schmerz zu fühlen. Und auch ich ertrug mein Kreuz so wie ihr das eure tragt.

78
Es sind die Kreuze, die wir uns aus Schuld erschaffen haben, aus Scham und Mangel an Selbstwert und aus Angst. Und so wie ihr erfuhr auch ich auf meinem Weg die Hilfe Fremder, die mir zu Trinken gaben und die mir halfen, meine Last zu tragen. Und so wie ihr erfuhr auch meine Seele den schwärzesten Punkt der Nacht - Als ich gekreuzigt wurde aufgrund der Illusionen einer materiellen Welt - gemeinsam gekreuzigt mit anderen, die ich niemals zuvor in meinem Leben gekannt hatte und die der dunkleren Seite näher waren.

Doch es waren sie, die mir als Gleiche nun zur Seite standen, jetzt, als Brüder, gekreuzigt aufgrund der eigenen Ängste. Dürstet nicht jeder von uns, wir alle, nach Wahrheit und Liebe und nach Frieden, und erhalten sie dennoch nicht in dieser Welt der Materie? Doch wenn wir uns nach innen wenden, auf die Welt im Außen verzichten, wie wir alle es vielleicht einmal tun, finden wir in den unerforschten Reichen unserer Herzen einen Schimmer von Licht, gerade so, als ob die Dämmerung die Nacht vertreibt. Oh ja, wir sterben für unsere Angst - nur um vielleicht - von unserem Kreuze befreit zu werden - und auf den Schultern unserer Familien und Freunde getragen zu werden und um endlich ausruhen zu können.

79
Und endlich dürfen wir rasten, um uns jenem zu ergeben, das viel mächtiger ist als wir und wir lösen uns von allem, das wir als real zu sehen glaubten. Am Ende warten wir auf die Nacht.

Doch Nacht will es nicht werden, denn statt ihrer glänzt ein Licht durch die Wolken, das uns wärmt und erwachen lässt. Und jetzt erkennen wir es - nicht den Himmel, den wir uns selbst gemacht haben - wir erkennen uns und unser wahres Selbst: Licht und noch einmal Licht - Farben über Farben - Liebe und noch viel mehr Liebe. Wir umarmen und wir werden umarmt, wir singen und wir werden gesungen. Nun erblicken wir den Geist Gottes und wir erkennen - nicht Gott - nein, wir sehen uns in Gott - und wir sind geblendet von unserer eigenen Erhabenheit. Maria, meine Mutter auf Erden, Maria Magdalena, Ruth, Judas und Johannes, die neben mir stehen und es macht mich traurig, dass sie Zeuge all dessen geworden sind, was mir widerfuhr. Wie schmerzlich muss das sein für eine Mutter, eine Schwester oder den Bruder!

80
Und für den Freund. All ihnen schenkte ich ein tröstendes Lächeln, doch ihre Herzen trösten war mir nicht vergönnt. Allmählich wurde der Himmel dunkler, begleitet von einem feinen Sand, der von der Wüster herüber wehte und tiefe Stille breitete sich aus. Es wurde viel darüber geredet, ob ich am Kreuz gesagt haben soll: "Vater, warum hast Du mich verlassen?"

Viel lieber als darüber nachzudenken, was ich anderes gesagt haben könnte - und vielleicht auch wirklich gesagt habe - habe ich mich entschieden, diese Worte zu akzeptieren, weil sie einem sehr viel wichtigen Zweck dienen. Sie weisen auf die Tatsache hin, dass selbst ich - wie auch alle von euch - irgendwann einmal die Tiefe des Verlassenseins erfahren müsst. Diese dunkle Seite unserer Seele, die uns an jeden dunklen Gedanken erinnert und wo alle Ängste angesehen werden müssen. Dies ist die letzte Wachstumsstufe, der sich jede irdische Seele unterziehen muss, um sich aus der Abhängigkeit der Materie zu befreien und aus der Illusion der Furcht.

Diesen Weg müsst ihr alleine gehen, doch denkt daran, dass niemand wirklich alleine ist. Sehr bald beginnt die Dämmerung und aus der dunklen Nacht wird heller Tag, die Engel singen im Himmel und feiern die Heimkehr eines weiteren Kindes von "Allem Was Ist."

Hier stellt sich nun die letzte Frage: Wenn ich der Meister über meinen Geist gewesen sein soll, warum habe ich mich dann den menschlichen Emotionen und dem menschlichen Schmerz ergeben? Der Grund liegt darin, dass ich mich dafür entschieden habe, gerade diese zu erfahren. Und dennoch habe ich nicht gelitten. Schmerz ist ein grundlegendes Element menschlicher Erfahrung, Leiden jedoch wähle ich. Mein Wunsch war es, das ganze Spektrum menschlichen Lebens kennen zu lernen, ja zu umarmen, so wie ihr. Meine Lieben Freunde, das Leben ist großartig.

81
Das Leben ist Schmerz, verwoben in Schmerz und es ist Freude, durchstrahlt von Freude. Es ist vergessen sein und Fehltritt, wo selbst Alpträume zur Wirklichkeit werden. Das Leben ist Schönheit, gesegnet mit Tugend und es ist der wahre Traum der Liebe. Diese Welt und mit ihr unser Leben ist wie unser Gemälde, gemalt mit einem Glanz, von dem nicht einmal das Universum zeugen kann. Wir sind meisterliche Künstler - jeder von uns - und Gott begeistert sich durch uns.

Lasst mich euch sagen, meine Geliebten, meine guten Freunde. Was ich euch nun mitteile, tue ich aus tiefster Liebe und mit liebevoller Absicht und nicht, weil ich euch Leid zufügen will. Wenn diese Worte euch dennoch schmerzen sollten, bitte ich um Vergebung: Versucht, mich einmal nicht im Zusammenhang mit dem Kreuz zu sehen.

Das Kreuz ist ein Symbol des Todes und der Folter und ein Symbol dessen, was gewesen ist. Zieht einmal in Betracht, ihr würdet mich getrennt vom Kreuze sehen und in euer Herz aufnehmen. Wendet euch ab vom Tod und von der Dunkelheit.

82
Wendet euch dem Licht zu, der Liebe und der Hingabe. Findet ein neues Symbol, ein Symbol des Lebens. Vielleicht einen Kreis, der sich selbst vollendet und immer erneuert. Einen Kreis, der alles enthält, der niemals endet und doch immer und von neuem beginnt. Stellt euch einmal vor, ihr würdet euch selbst vom Kreuze nehmen: "Vater, ich gebe mich in Deine Hände!"

Joseph von Arimathea und Nicodemus baten Pilatus, mich vom Kreuze nehmen zu dürfen, um mich ins Grab zu legen. Die Bitte wurde ihnen gewährt und ich wurde in ein Grab gelegt, das aus hartem Felsen geschlagen war und das der Familie von Joseph gehörte. Es war der Sonntag Morgen, als sich Maria Magdalena, Martha, Johanna und Rebecca zu meinem Grab begaben, um meinen Körper mit Kräutern und Ölen zu salben.

Mit Schrecken mussten sie erkennen, dass der schwere Stein von meinem Grab gewälzt und die Grabkammer leer war. Da wandte sich Maria Magdalena ab vor Leid und entfernte sich von den anderen, als sie plötzlich von einer Stimme gerufen wurde: "Maria." Sie wendete sich um nach jenem, von dem sie glaubte, ein Fremder hätte sie gerufen, doch sie erkannte meine Stimme, meinen Blick und mein Lächeln. Da fiel sie auf die Knie und weinte vor Freude. "Steh' auf, Maria und weine nicht mehr. Ich bin auferstanden, so, wie ich es wollte und wie ihr alle einmal auferstehen werdet." Sie zitterte am ganzen Leib und streckte ihre Hände nach mir aus. "Du darfst mich noch nicht berühren, denn noch bin ich nicht aufgestiegen."

83
Es hätte sie verletzt, wenn sie mich berührt hätte, denn mein Lichtkörper vibrierte noch in höchster Schwingung. "Geh zu den Jüngern und sag ihnen, dass ich auferstanden bin. Sag ihnen, dass ich in kurzer Zeit bei ihnen sein werde." Tränen der Freude rannen ihr über die Wangen, als meine geliebte Magdalena ging, um den anderen die Botschaft zu bringen.

Es war vorauszusehen, dass meine Jünger ihr nicht glauben wollten. Doch kurz darauf erschien ich ihnen allen und sagte ihnen, dass der Tod nicht das Ende bedeutet, sondern nichts anderes ist als ein Durchgang, ein Tor. "Ich bin das Tor, meine Brüder und ich habe euch den Weg gewiesen. Werdet nun ihr zum Tor und zeigt den anderen den Weg, damit auch sie zum Durchgang werden."

Und zu euch allen, die ihr diese Botschaft lest, lasst mich dieses sagen: Auch ihr seid das Tor. Also öffnet euch so weit ihr könnt. Ich bin vor vielen Jahren gekommen, um euch das zu sagen und um euch daran zu erinnern. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich zu erinnern. So sei es. Und so wird es immer sein. Endlose Welten, immer währendes Leben. Es ist vollbracht.

84
Danksagung

Wir alle sind in Wahrheit eins. Und die einfache Tatsache ist die, dass es mich als Person und als Erzähler gibt, doch auch ich bin nur einer von zahllosen anderen. Aus diesem Grund will ich einige Worte des Dankes sprechen, als Anerkennung und auch als Bekenntnis für die Autoren und deren Bücher, die mir von großem Wert waren und die ich nennen möchte:

Paul Ferrini. The books of Alice Bailey. The mystic school of Astara. The Kaballah. The Kyballian by the Yogi Society. "The Urantia Book". "The Impersonal Life" by Joseph Benner."Mystic Christianity" by Yogi Ramacharaka. "The New Testament". "Conversations With God" by Neale Donald Walsch."Darwin's Black Box" by Michael J. Behe. "The Holographic Universe" by Michael Talbot. "The Aquarian Gospel of Jesus Christ" by Levi."The Magian Gospel of Brother Yeshua" by Carol Magus. "The Way of the Essenes" by Anne Meurois-Givaudan. The White Eagle books by Grace Cooke...

Und viele andere mehr. Mein besonderer Dank gilt meinen Freunden und Helfern hier auf der Erde und den Engel-Führern auf der anderen Seite des Schleiers. Und nicht zuletzt: mein ganz besonderer Dank gilt Yeshua.

Ich verneige mich in Dankbarkeit. Namaste, Bradley

Ende

Mit freundlicher Genehmigung von Bradley Smith
Übersetzung Till Abele

 
nach oben
© 2003-04 Hanjo Grüßner