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Till Abele
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Unsere Erde

Yeshua

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Für Herodes war ich lediglich ein weiterer religiöser Fanatiker und als meine Lehren Rom erreichten, wurde Herodes aufgefordert, seine Entscheidung zu überprüfen, was er umgehend tat. Ich sollte auf jeden Fall verhaftet werden.

Prophezeiung

Schon immer war es so, dass sich vorausgesagte Ereignisse anders entwickelten als prophezeiht. Genauso wenig wie die Meister konnte auch ich nie genau sagen, was die Zukunft bringen wird. Es ist richtig, das im Geiste Gottes alles schon enthalten ist und auch alle Ereignisse festliegen. Jedes dieser Ereignisse ist unendlich farbig und vielschichtig und jedes lebendige Wesen im Universum der Universen ist an allem teilhaftig. Jede Wahl beeinflusst eine andere auf eine Weise, wie wir uns das nicht vorstellen können. Und so trifft eine Voraussage nur für den Augenblick zu, in dem sie geäußert wird.

Dennoch kennen wir Verhaltensmuster und wenn man z.B. ständig mit Streichhölzern spielt, besteht durchaus die Gefahr, Brandblasen davon zu tragen. So gesehen sind generelle Voraussagen für die Zukunft möglich und oft auch recht genau. Bis zu einem bestimmten Punkt wusste auch ich, wohin mich mein Weg führen würde und dass meine Botschaft den Eindruck hinterlässt, den sich mein physisches Leben wünscht. Ich wusste, wie auch ihr wissen solltet, dass es keinen Tod gibt, nur eine Transformation. Trotz der Bedenken derer, die mir nahe waren, würde ich fortfahren mit meinen Lehren, um sie in die Herzen auch derer zu legen, die gegen mich waren. Meine letzte Reise sollte uns nach Jerusalem führen.

Das Urteil

Sie war eine Frau, die mit einem Mann aus Nazareth verheiratet war. Ich kannte den Mann und ich wusste, dass er noch nicht den Zenit seiner Kraft erreicht hatte. Er war Mitglied des Sanhedrin und seine Frau sollte wegen Ehebruchs gesteinigt werden. Schon hatte sich die übliche Menge Menschen versammelt, die sich an solch einem Spektakel immer erfreute. Was für eine traurige Vorstellung und wie doch das Ende dieser erbärmlichen Verurteilung auf dem Urteil lastete. Nichts als Kritik und Angst und noch einmal Angst.

Wie ich schon sagte, kannte ich den Mann, der niemals berechtigt war, jemanden zu verurteilen und schon gar nicht seine Frau, die alles versucht hatte, auf Kosten ihres eigenen Glückes mit ihm auszukommen.

Ich setzte mich für sie ein, vermittelte und sagte: "Wer unter euch ist wahrlich gerecht und reinen Herzens? Wer unter euch kann reinen Gewissens vor den Vater treten, ohne sich abwenden zu müssen? Lasst ihn den ersten Stein werfen."

Ich muss zugeben, dass mir durchaus bekannt war, wie das private Leben dieser Männer aussah. Umgehend wendete sich jeder dieser Männer ab und ließ hastig die Steine fallen. Ich richtete die verängstigte und in der Seele verwundete Frau auf: "Selbst der Vater im Himmel urteilt nicht über Dich, sondern er gibt Dir weitere Bewährungsproben. Geht nun, meine Schwester und lebt ein ehrbares Leben."

Verurteilt nicht, sonst werdet ihr verurteilt. Dieses oft zitierte Sprichwort hat die einfache Bedeutung, dass eine Zeit kommen wird, in der wir einen Rückblick über unser gesamtes Leben erhalten werden. Dann werden wir Zeuge unserer Verurteilungen anderer und wir erkennen die makellose Wahrheit der Entscheidungen, die wir in unserem Leben getroffen haben.

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(Das alles klingt nicht sehr erhebend, nicht wahr?) Seht es so wie ein Künstler, der sein gerade beendetes Werk prüft oder wie ihr eure eigenen Kinderbilder betrachtet. Fühlt ihr dabei nicht eine Art mitfühlende Distanz und eine sanfte Weisheit, wenn ihr euer vergangenes Leben an euch vorüber ziehen lasst? Wir erkennen die Bedeutung selbst der scheinbar dunkelsten Schritte, die wir getan haben. Doch es ist kein Test und es ist kein Urteil. Gerade so, als ob die eine Energie eine andere Energie anzieht. Das, was wir an anderen so wenig mögen, kritisieren und hart verurteilen, ist genau und absolut das, was wir an uns selbst nicht mögen und kritisieren. Wie Magnete, die sich gegenseitig anziehen und abstoßen, so sehen wir im anderen unseren Spiegel.

All unsere Beziehungen weisen auf die Möglichkeiten, die wir erfüllen können, aber auch auf jede Schwäche, die wir zu meistern haben. Bedeutet das, dass wir in diesem Leben keine Kritik üben dürfen? Achtet auf den Unterschied zwischen Verurteilen und Beurteilen. Wir können etwas wahrnehmen, das uns nicht angemessen erscheint, ohne es als gut oder schlecht zu verurteilen. Der Grund dahinter ist einfach, meine lieben Brüder und Schwestern. Wir haben einfach nicht genügend Kenntnisse darüber, die Wahl anderer als gut oder schlecht beurteilen zu dürfen. Ich könnte einen ganzen Tag lang eine Liste von Ereignissen aufsagen, die anfangs alle als "schlecht" beurteilt wurden. Selbst dann, wenn rückblickend sogar Gutes entstanden ist.

Natürlich bedeutet das nicht, dass wir uns nicht von jemandem abwenden sollen, von dem wir wissen, dass er uns großen Schaden zufügen kann. Wahrnehmung ist nicht das Gleiche wie Gleichgültigkeit. Indem wir in Wahrheit alle eins sind und eins in allem, ist es sogar ein Akt von Selbstliebe, wenn wir jemanden daran hindern, Schaden anzurichten.

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Lasst uns noch kurz auf ein anderes Gleichnis eingehen, das ich geäußert haben soll, was ich jedoch bestreite. Dieses Sprichwort beschreibt recht anschaulich den Unterschied zwischen Beurteilung und Verurteilung. Es handelt von der reichen Person, die in den Himmel kommen möchte und von dem Kamel, das durch ein Nadelöhr geht. "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in den Himmel kommt." Eine sehr extreme Metapher, in der Tat.

Wenn ich davon spreche, dass das Königreich Gottes in euch ist, meinte ich das wörtlich. Das Gleiche gilt, wenn ich vom Himmel spreche, denn auch dieser ist in euch. Doch gibt es dann auch einen physischen Ort, der Himmel genannt werden kann? In gewisser Weise ja, doch ihr habt nur durch eure Herzen Zugang zu ihm. Den Himmel als Ort gibt es auf einer sehr hohen Schwingungsebene und einer interdimensionalen Vibration. Wie ich schon sagte, ist dieser Himmel in uns, aber auch um uns. Ihr erreicht ihn nur, wenn es euch gelingt, die Schwingung eures Energiekörpers an diese Dimension anzupassen, in der es keine Begrenzungen gibt. Nachdem ihr euren Körper verlassen habt, werdet ihr durch eure Schwingung geführt, ähnlich einem Magneten, den es zu Metall zieht.

Die irdische Welt, in der ihr lebt, unterscheidet sich nicht so sehr von jener, in die ihr reisen werdet. Wenn ihr gestorben seid, seid ihr nicht plötzlich erleuchtet, nein, ihr fahrt an dem Punkt fort, an dem ihr die Erde verlassen habt. Wenn ihr auf der Erde noch etwas zu erledigen hattet, werdet ihr das in der jenseitigen Welt weiter führen und ihr werdet auf emotionaler und mentaler Ebene auch wieder das Grundmuster eures Körpers erhalten, den ihr verlassen habt.

Wird es dann insgesamt schöner werden? Bestimmt, denn ihr seid ja noch im Himmel. Ihr habt keine physischen Bedürfnisse mehr, ihr könnt ein bestimmtes Alter wählen und behalten. Alles, was ihr euch wünscht, wird entsprechend der Höhe eurer Schwingung sofort erfüllt. Indem ihr euch und andere lieben lernt, indem ihr nicht verurteilt oder indem ihr Mitgefühl lebt, könnt ihr eure Schwingung erhöhen und verbessern.

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Sicher habt ihr selbst schon erfahren, dass ihr euch viel leichter fühlt, wenn ihr verliebt seid, liebt oder wenn euch Freude erfüllt. Buchstäblich seid ihr das auch, leichter oder besser gesagt, ihr seid "lichter."

Was hat das jedoch alles mit der reichen Person zu tun, die in den Himmel will? Es bedeutet, dass es nicht wirklich eine Rolle spielt, ob ihr nun reich oder arm seid. Es kommt darauf an, was ihr mit eurem Leben macht, mit eurem Geld, euren Fähigkeiten, eurem Besitz, den Gaben, den Gedanken oder eurer Zeit. All diese Dinge beeinflussen die Höhe eurer Schwingung. Die Quelle hat überhaupt nichts gegen Wohlstand, denn das Universum ist unendlich, kennt keine Grenzen. Euer materieller Reichtum braucht euch nicht von anderen trennen und deshalb könnt ihr euch ein schönes Leben machen, doch teilt es mit anderen. Auch dies ist ein Akt der Selbstliebe, denn die Liebe zu sich selbst heißt Gott lieben. Der Schlüssel dazu heißt Teilen.

Lasst mich euch sagen, meine Lieben, Geben und Nehmen haben exakt die gleiche Energie. Gebt, um zu erhalten. Was ihr uneigennützig gebt, erhaltet ihr auf die gleiche Weise zurück und noch viel mehr, weil sich das Universum spiralförmig entfaltet. Vermittelt ihr Angst und Furcht, kommt diese in gleichem Maße zu euch zurück, wie ihr sie ausgesendet habt. Und, ganz nebenbei gesagt, meine lieben Freunde: Alles, was uns scheinbar gehört, besitzen wir nicht wirklich, es ist uns nur geliehen. Unter den Ärmsten der Armen in Haiti gibt es ein Sprichwort, das lautet: "Gott gibt, aber er teilt nicht." Wenn jemand zu teilen hat, dann sind es wir.

Lazarus kannte ich schon, als er noch jung war. Von Martha und Maria erhielt ich die Nachricht, dass Lazarus sterben würde und sie baten mich, ihn zu heilen. Doch ich wollte nicht.

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Lazarus kannte meine Lehren. Obwohl er sich im Moment nicht daran erinnerte, hatte er bereits vor seiner Inkarnation zugestimmt, mich in dieser sehr wichtigen Sache zu unter-stützen. Niemandem ist die Macht gegeben, über den von Gott gegebenen freien Willen eines anderen zu entscheiden. Selbst mir nicht. Alle, die ich geheilt habe, haben ihrer Heilung als einem Teil meiner Aufgabe zugestimmt, denn ich durfte nicht ohne die Zustimmung derer heilen, die unmittelbar betroffen waren. Es war nicht mein Auftrag, Lazarus von seiner Krankheit zu heilen, so wie ich das mit anderen getan habe. Ich musste eine weit größere Darstellung der tatsächlichen Natur des Todes geben, der die Ursache von so viel Angst und Schmerz in der Welt zu sein scheint. Und so erlag Lazarus seinen Leiden. Ich jedoch ging nach Bethanien und als ich dort ankam, war Lazarus seit drei Tagen im Grab und Martha und Maria weinten vor Trauer.

Ich versuchte, sie so gut wie möglich zu trösten. Als sie mir zu seinem Grab folgten, bat ich sie, den Stein von der Öffnung des Grabes zu wälzen. Verständlich, wie sehr die beiden doch geschockt und verstört waren, als ich sie dazu aufforderte. Doch ich bat sie, Vertrauen in das Walten Gottes zu haben, das durch mich vollzogen werden würde. Als sie dann widerstrebend das Grab öffneten, erfüllte augenblicklich Todesgeruch die Luft. Ich aber betete inständig und ging in mich und dankte Mutter/Vater im voraus für die Wiederauferstehung, die ich vollziehen wollte. Dann sprach ich, durchdrungen von göttlicher Kraft, die Worte und diese Worte manifestierten sich: "Lazarus, erhebe Dich!"

Ein Gebet ist göttliche Intention, durch Schwingung in Bewegung gebracht, entweder durch das gesprochene Wort oder mit der Kraft der Gedanken. Beide sind auf ihre Art gleich kraftvoll. Lasst mich euch hier das "Geheimnis" des Betens erklären: Bittet nicht um etwas. Niemals. Dankt dafür, dass eurer Bitte bereits entsprochen wurde.

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Die offenbarende Kraft eines Gebetes geschieht nur in einem einzigen Heiligen Moment, im Jetzt. Betet ihr um etwas für die Zukunft, geschieht es auch in der Zukunft. Bittet ihr um etwas, geschieht es aus einem Zustand der Kraftlosigkeit, einem Zustand des Mangels. Wenn ihr um etwas bittet, heißt das, dass ihr das, worum ihr bittet, nicht besitzt. Vergesst nicht, meine Brüder und Schwestern, auch ihr seid Gott. Auch ihr habt die Kraft, alles zu manifestieren, was ihr in eurem Leben haben wollt. Die Verstärkung eines Gebetes liegt im Vertrauen, in dem absoluten Vertrauen, dass euer Gebet schon beantwortet wurde. Um es noch einmal zu sagen, in einem Universum, in dem die Vergangenheit und die Zukunft gleichzeitig stattfinden, gibt es keine Zukunft, in der all eure Wünsche erst manifestiert werden. Ihr müsst nichts anderes tun als das zu fordern, was in eurer gegenwärtigen Realität schon existiert. Betet niemals mit und aus dem Verstand, sondern immer nur aus dem Herzen.

Ihr müsst euer Gebet fühlen, riechen, ertasten, berühren und hören. Macht es so real wie irgend möglich. Habt ihr euch dann dafür bedankt, dass es sich manifestiert und dass es Wirklichkeit wird, lasst es ohne irgend eine weitere Bedingung los, überlasst es dem Universum, wie die Einzelheiten aussehen. Sendet euer Gebet dort hin, wo die Adler fliegen und betet stets mit Dankbarkeit und zum Wohle aller Menschen, weil unsere Gebete auch auf andere wirken. Bedankt euch dafür, dass eure Gebete zum Besten für alle erhört werden, denn dadurch erreichen sie eine noch intensivere Kraft. Am meisten Kraft gebt ihr einem Gebet, wenn ihr es singt, denn das Universum entstand aus Klang und die Schöpfung ist das schönste Lied des Universums.

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Und mit der ganzen Kraft meines Gebetes für Lazarus wirkten die verborgenen Geister des Universums zusammen, weit jenseits von Zeit und Raum und sie gaben ihm wieder seinen Körper zurück. Seine Seele, die auf der anderen Seite des Schleiers gewartet hat, kam zurück in seinen physischen Körper und Lazarus trat aus der Gruft zu jenen, die sich schweigend und voll des Staunens versammelt hatten und tiefe Freude empfanden.

Ich aber sagte zu ihm: "Danke Gott für seine Macht und seine Liebe, der uns das Leben schenkt, denn ich sage Dir, dass das Leben ewiglich währt. Glaube mir, wenn ich Dir sage, dass der Tod immer nur die Macht über euch ausübt, die ihr im zugesteht. Der Tod ist keine Schöpfung des Vaters, sondern die der Menschen. Du bist dazu ausersehen, Dich an den Früchten des Lebens zu erfreuen! Lass das meine Botschaft sein."

Und euch sage ich das Gleiche. Der Tod ist nichts anderes als eine Kreation des Egos und das Ego ist nichts anderes als eine Kreation der Angst. Lasst die Angst los und umarmt das Leben, damit der Tod keine Macht mehr über euch hat.

Als diejenigen, die an der Macht waren, davon hörten, dass ich trotz des Befehles, mich zu verhaften, nach Jerusalem kommen wollte, beschlossen sie, mich zu erwarten. Als ich durch das Tor die Stadt betrat, folgten mir die Jünger und meine Gemeinschaft angsterfüllt und voller Unruhe. Die riesige Menge, die uns begleitete, wartete immer noch darauf, dass ich von mir behaupten würde, ich sei der Messias, doch als ich den Tempelhof betrat, sprach ich zu ihnen von der Liebe des Vaters.

Bald wurde ich gefragt, ob es denn rechtens sei, Steuern für Cäsar zu entrichten, für ihn, der uns und unser Land in Unterdrückung hält? Und ich antwortete darauf: "Gebt Cäsar, was dem Cäsar gebührt und gebt Gott, was Gott gebührt." Was aber meinte ich damit?

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Ich meinte damit, dass wir in einer Welt der Materie leben, einer großen Schule gleich, die wir uns selbst gebaut haben. Ehrt sie, denn sie dient uns. Ehrt und liebt die Erde und all das, was wir mit unserer Hände Arbeit und mit unseren Gedanken erschaffen. Ehrt euren Körper, dieses meisterhafte Gefäß unseres Geistes. Feiert eure Menschheit und eure Bemühen, eure Sexualität und eure vielfältigen Ideen; und feiert euren Fehltritt. Doch dann, am siebenten Tag, wie es sich gehört, lasst alles gehen. Wendet euch nach innen und ergebt euch dem Großen Geist. Vor allem aber festigt eure Verbindung zu Gott.

Als ich fortfuhr zu reden, war ich von dem Anblick, der sich vor mir abspielte, überwältigt. Der Tempelhof glich einem lauten, ja fast gewalttätigen Marktplatz, wo jüdische Münze gegen das Geld des Tempels getauscht wurde, mit dem die Pilger ihre Opferlämmer kaufen mussten. Ein Marktplatz, auf dem die Händler mit viel Geschrei ihre Waren anboten, war nichts dagegen.

Mein Versuch, mir Gehör zu verschaffen, wurde von der Menge übertönt und es lastete ein Druck auf mir, der durch die schweren Monate der letzten Jahre immer stärker wurde.

So stürzte ich mich auf die Geldwechsler, warf ihre Tische um und meine Jünger, ermutigt durch mein Beispiel, taten mit anderen das Gleiche. Es dauerte nicht lange, da herrschte offener Aufruhr im Tempel. Diesen Vorfall habe ich später sehr bedauert, denn er diente dazu, noch mehr Gewalt hervor zu rufen und außerdem war meine Handlung keine angemessene Antwort auf die Situation. Doch sie war menschlich und wie ihr alle, war auch ich ein Mensch. Merkt euch: "Versucht nie, den Ärger zu bekämpfen, sondern löst euch von ihm, lasst ihn gehen. Es ist eine Energie, die sich in dem Maße steigert, je stärker ihr sie beachtet. Wenn ihr dem Ärger keine Nahrung gebt, vergeht er von selbst, gerade so, als ob ihr den Stecker aus einer Steckdose ziehen würdet.

Wenn ihr ärgerlich seid oder Ärger aufsteigen fühlt, nehmt ihn an als einen Teil von euch, beachtet oder bekämpft ihn nicht. Atmet tief ein und aus, findet die Angst, die immer die Ursache des Ärgers ist, hüllt ihn in Licht und segnet ihn dafür, dass er euch etwas zeigen will. Und dann gebt euer Bestes, ihn zurück ins Licht zu schicken.

Gewalt erzeugt nur Gewalt oder, wie es heißt, wer Wind sät, der wird Sturm ernten. Heißt das jedoch, dass wir uns nie verteidigen dürfen und auch nicht jene, die wir lieben und auch nicht unser Heim? Ich will damit sagen, dass es immer Zeiten gibt, die schwierige Entscheidungen von uns verlangen. Wie immer darf es auch hier keine Verurteilung geben, keinen Richter. Manchmal muss Gewalt sogar erfahren werden, um sich Möglichkeiten zu öffnen, sich selbst zu erfahren oder auch die Natur eines anderen Menschen kennen zu lernen. Ich will jedoch damit nicht sagen, dass Gewalt immer eine angemessene Antwort auf gewisse Situationen ist. Es mag sein, dass sie kurzfristig hilfreich ist, doch Gewalt ist eine Energie, die losgelassen werden und die zurück in die Balance geführt werden muss. Dieses Gleichgewicht kann durchaus eine Generation später erzielt werden, doch es muss entstehen.

Betrachtet einmal ganz objektiv die Historie unseres Planeten und ihr werdet erkennen, dass Gewalt niemals die Lösung eines Problemes war und dass Gewalt immer die schlechteste Entscheidung darstellte. Gewalt ist und war in unserer Welt immer mit Geschäft, mit Wirtschaftlichkeit verbunden und so wurde die Gewalt gesellschaftsfähig, eine Art Unterhaltung sogar. Ich bin bestimmt kein Befürworter der Zensur, lediglich ein Reflektor und ich strafe auch nicht, sondern ich stelle fest, was offensichtlich ist. Auch dies ist eine Wahl, die gewürdigt werden muss.

Ende Teil 6

Mit freundlicher Genehmigung von Bradley Smith
Übersetzung Till Abele

 
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